Nach dem neuen Gesetzentwurf, den das Finanzministerium zur öffentlichen Vernehmlassung vorgelegt hat, soll die Grundsteuer zwar verdoppelt oder vervierfacht werden, Bürger mit nur einem Wohnsitz dürften jedoch durch die Halbierung der Steuerbemessungsgrenze nicht mit einer Belastung ihres Geldbeutels rechnen.
„Wenn wir nur eine Erhöhung erhalten, die den Mindestsatz verdoppelt, während wir eine Steuerbemessungsgrundlage haben, die der Hälfte des Wertes der Immobilie entspricht, dann bleibt die Steuerbelastung für Personen, die nur einen Wohnsitz haben, nahezu auf dem gleichen Niveau. Für Personen, die einen zweiten Wohnsitz haben, wird sich die Belastung hingegen mindestens verdoppeln und bis zum Vierfachen erreichen.“Edvin Stefani, Pädagoge für Fiskalität.
Die Steuererhöhungsrate ist zwar erheblich, aber nach Ansicht des Experten dient dieser Schritt der Regierung nicht dazu, mehr Einnahmen für den Haushalt zu erzielen.
„Dies war ein lang erwarteter Schritt. Auch die Empfehlungen des IWF haben die albanische Regierung ermutigt, da das derzeitige Grundsteuersystem im Vergleich zu anderen Ländern als niedrig gilt. Die Erhöhung zielt jedoch nicht darauf ab, den Haushalt zu füllen, sondern unser System näher an die in Europa umgesetzten Steuermodelle heranzuführen.“
Nach Ansicht des Experten lässt der Gesetzentwurf noch eine wichtige Frage offen, die durch eine Sonderanweisung geklärt werden sollte.
„Das Dilemma hängt mit der Tatsache zusammen, dass wir bisher mit dem Wert des Immobilienkaufvertrags gearbeitet haben, während wir jetzt auf einen neuen Wert umsteigen müssen. Dieser Wert sollte sich nach der aktuellen Methodik auf die Mindestpreise des Gebiets, also die Referenzpreise, beziehen. Wenn diese Methode angewendet wird, dann wird es eine wichtige Änderung in der Art und Weise geben, wie die Grundsteuer berechnet wird.“
Dem Bericht des Gesetzesentwurfs zufolge stellen die Einnahmen aus der Grundsteuer in Albanien im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt einen der niedrigsten Werte im Vergleich zu anderen Ländern der Region dar, was nach Angaben der Regierung diese Erhöhung notwendig macht.
/vizionplus.tv
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