Fragen zur Finanzierung des Flughafens Vlora: 100-Millionen-Euro-Kredit und mangelnde Investorentransparenz

Fragen zur Finanzierung des Flughafens Vlora: 100-Millionen-Euro-Kredit und mangelnde Investorentransparenz


Die Finanzierung des Vlora International Airport steht weiterhin im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte, wobei Fragen zur Struktur des 100-Millionen-Euro-Kredits und zur Transparenz der Finanzierungsquelle zahlreiche Diskussionen angeheizt haben. In diesem Zusammenhang hat der investigative Journalist Vehbi Kajtazi eine detaillierte Analyse der Finanzierungsdokumentation veröffentlicht und dabei eine Reihe von Fragen aufgeworfen, die seiner Meinung nach einer Klärung und institutionellen Überprüfung bedürfen, und argumentiert, dass die Frage über die Debatte darüber hinausgeht, ob der Flughafen als Sicherheit übrig bleibt oder nicht. Laut Kajtazi basiert die Analyse auf Vertragsdokumenten und Änderungen im Zusammenhang mit der Finanzierungsvereinbarung sowie auf einer Kommunikation mit dem an dem Projekt beteiligten Geschäftsmann Behgjet Pacolli.

Delphos wird nicht als klassische Bank dargestellt

Die Analyse besagt, dass die Finanzierung nicht von einer traditionellen Geschäftsbank, sondern von Delphos Securities SARL durchgeführt wurde, die im Auftrag von „Compartment Bernina“, einer Verbriefungsstruktur mit Sitz in Luxemburg, handelte.

Nach Ansicht des Autors verlagert sich dadurch die Aufmerksamkeit vom Kreditgeber selbst auf die Investoren, die das Finanzinstrument finanziert haben und deren Identität den von ihm eingesehenen öffentlichen Dokumenten zufolge offenbar nicht öffentlich bekannt gegeben wurde.

Kajtazi argumentiert, dass die mangelnde Transparenz über die Erstinvestoren und die Kapitalquelle das Hauptproblem darstellt, das einer Klärung bedarf.

Bedeutung der Vertragsänderung

Ein zentraler Teil der Analyse steht im Zusammenhang mit einer Änderung der Finanzierungsvereinbarung, die laut Kajtazi die Funktionsweise der Finanzstruktur verändert. Ihm zufolge wird das Unternehmen Vlora International Airport (VIA) mit dieser Änderung zu einem „zusätzlichen Kreditnehmer“, während die Betriebskonten des Flughafens in das Sicherheitspaket zugunsten des Kreditgebers einbezogen werden. Der Autor weist darauf hin, dass dies nicht notwendigerweise eine Eigentumsübertragung des Flughafens bedeutet, sondern Mechanismen schaffen kann, die dem Gläubiger eine erhebliche Kontrolle über die Finanzströme des Projekts ermöglichen, insbesondere im Falle eines Zahlungsausfalls.

Die Debatte verlagert sich von Sicherheiten auf „Cashflow“

In der Analyse wird argumentiert, dass sich die öffentliche Debatte nicht nur auf die Frage konzentrieren sollte, ob der Flughafen als Sicherheit überlassen wurde. Laut Kajtazi zeigen die Dokumente, dass das wichtigste Element die Kontrolle über die Betriebseinnahmen des Projekts durch spezielle Finanzkonten ist. Er argumentiert, dass der Gläubiger im Falle eines „Event of Default“ erweiterte Rechte über die Verwaltung dieser Einnahmen ausüben könne.

Fragezeichen zur Finanzierungsquelle

Die Analyse konzentriert sich laut Autor auch auf den Mangel an öffentlichen Informationen über:

  • die ursprünglichen Investoren, die das Instrument finanziert haben;
  • Geldquelle;
  • wirtschaftliche Endbegünstigte;
  • AML/KYC-Dokumentation;
  • Abonnementverträge („Abonnementverträge“);
  • die Angebotsdokumentation („Angebotsmemorandum“).

Kajtazi argumentiert, dass die Veröffentlichung oder Überprüfung dieser Dokumente dazu beitragen würde, die Transparenz für ein Projekt zu erhöhen, das als strategischer Vermögenswert gilt.

Behgjet Pacollis Reaktion

Die Analyse umfasst auch die Reaktionen des Geschäftsmanns Behgjet Pacolli während einer WhatsApp-Kommunikation. Laut Kajtazi erklärte Pacolli, dass der Flughafen nicht als Sicherheit genutzt wurde und dass die Garantie sich auf eine persönliche Sicherheit beziehe. Der Analyse zufolge gab Pacolli auf die Frage nach den Investoren und der Quelle der Gelder an, dass die „Compliance“-Prozesse von den entsprechenden Institutionen durchgeführt würden und dass er keinen Grund sehe, diese Daten zu veröffentlichen, da er sie als Teil der privaten Dokumentation der Parteien betrachte.

Die Angelegenheit wird untersucht

Kajtazi schreibt, dass gerade diese Elemente der Finanzierungsstruktur Gegenstand des Interesses der Justizbehörden in Albanien seien. Der Autor weist darauf hin, dass die von ihm analysierten Dokumente nicht automatisch die Eigentumsübertragung des Flughafens oder die illegale Herkunft des Kapitals belegen, sondern seiner Meinung nach berechtigte Fragen zur Transparenz der Finanzierung und zur Identität der Investoren hinter dem Bernina-Bau aufwerfen. Abschließend argumentiert Kajtazi, dass sich die öffentliche Debatte nicht nur auf die Existenz des Darlehens konzentrieren sollte, sondern auch darauf, wie es gebaut wurde, wer es wirklich finanziert hat und ob die relevanten Unterlagen unabhängig überprüft werden können.

/a.rada

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